Reisen

Die Reise: von Deutschland nach Indonesien ohne zu fliegen

mit der Transsibirischen Eisenbahn reisen

Donnerstag, 06:19 Uhr morgens, seit ca. 2 Uhr wach – bei meiner Reisenervosität haben nicht mal die 2 Weißbier am Vorabend geholfen. Nach drei Podcastfolgen im Bett hab ich mich schlussendlich entschieden aufzustehen und entweder a) meine Fingernägel zu schneiden, b) anfangen zu packen oder c) endlich mal einen Blogbeitrag zu schreiben. Wie ihr seht, hab ich mich für letzteres entschieden. 

Wohin geht’s bei meiner Reise? Was sind meine Pläne? Was erhoffe ich mir und wovor hab ich Angst? Ecetera, ecetera. Diese Fragen versuche ich hier zu beantworten. Aber seid nachsichtig – bei manchen Antworten bin ich mir selbst noch nicht so sicher. Änderungen vorbehalten. 

Der (vorläufige) Reiseplan

Vorläufig steht hier in Klammern, weil man weiß ja nie. Hab’ gehört, auf Reisen soll’s oft zu unplanbaren Umständen kommen. 

Das Ziel 

Mein Ziel ist Jakarta im Inselstaat Indonesien, auf der Insel Java. Dort werde ich eine Freundin besuchen, deren Aufenthalt in dieser Millionenmetropole mich überhaupt erst auf die Idee zu dieser Reise gebracht hat. 

Wie gern würde ich einfach durch einen Schrank hindurch nach Narnia steigen, aber in der Welt vor der Leinwand braucht man leider etwas mehr, um eine Strecke von 10.874 km Luftlinie zurück zu legen: Einen Flug oder viel Zeit. Zufällig konnte ich mir zweiteres gerade so freischaufeln, darum geht’s für mich ohne Flugzeug von Deutschland nach Indonesien. Mehr zu meinen Beweggründen dazu gibt’s weiter unten. Den Rückweg lege ich allerdings mit dem Flieger zurück. 

Der Start

Ich starte von zuhause aus – von Regensburg (wunderschöne Stadt – besuchen!). Dann geht es mit dem Bus erstmal in die nördliche Richtung, nach Berlin. Von dort aus werde ich nach einer Übernachtung mit dem Nachtzug nach Moskau düsen. Darauf bin ich schon richtig gespannt – bin nämlich noch nie Nachtzug gefahren. Stelle ich mir sehr angenehm vor, aber vielleicht romantisiere ich das auch ein wenig. 

Zug um Zug

Auf jeden Fall kann ich mich mit dieser Fahrt, die ca. einen Tag dauert, schon mal warm machen – für die transsibirische Eisenbahn. Nach zwei Nächten in Moskau werde ich in diesen legendären Zug einsteigen, in der Hoffnung, dass es darin weniger kriminell zugeht, als im Orient Express. Nachdem ich eine eventuell langatmige aber hoffentlich entschleunigende Zugfahrt durch das endlose Russland, die Mongolei und den Norden Chinas hinter mich gebracht habe, werde ich in Peking aussteigen. Bzw. muss ich, denn das ist die Endstation der Transsib. Zwischen Moskau und Peking liegen dann 6 Tage – so lange dauert diese Fahrt. Seit meiner Abreise werden dann genau 10 Tage vergangen sein.

Update: Erfahre, wie du dich auf die Transsibirische Eisenbahn vorbereiten kannst und mit welchen Tipps du die lange Zugfahrt bestens genießen kannst:
Vorbereitungen für die Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn
Der Transsib Survival Guide

Die Route

Für die Beantragung meines chinesischen Visums musste ich meine Reise durch China schon sehr genau planen. Die Route muss durch Bestätigungen über Unterkünfte, Einreise sowie Ausreise oder zumindest ein offizielles Statement, warum z.B. das Ausreiseticket noch nicht vorgelegt werden kann, belegt werden. So wird’s für mich ab Peking ganz allmählich gen Süden gehen. 

Meine erste Anlaufstelle nach China wird Hanoi, die Hauptstadt Vietnams, sein. Bis hierhin habe ich alle Unterkünfte im Voraus gebucht und bereits alle Visa in der Tasche. Das heißt: Ab jetzt kann’s richtig spontan werden. 

Die weitere Route wird sich durch die restlichen Länder ziehen, die zu diesem Zeitpunkt noch zwischen mir und Indonesien liegen. Höchstwahrscheinlich werden das Kambodscha, Thailand und Malaysia sein. 

Eingeplant habe ich für diesen Trip so pipapo 3 Monate. Das erscheint mir gerade recht – nicht so kurz, dass ich mich großartig hetzen muss (natürlich muss ich meine Orte gut priorisieren), und nicht so lang, dass ich es nicht zu Weihnachten nach Hause schaffe. 

Ich mache mich auf meine erste Reise alleine.

Von Ängsten & Hoffnungen

Viele sagen, es sei so mutig, dass ich das mache. Ich sage, lobt mich bitte nicht im Voraus. Noch hab ich mein Vorhaben nicht umgesetzt. Ich bin ja noch nicht mal los gereist. Und ich hab verdammt viel Angst. Obwohl, ob es wirklich Angst ist wage ich gar nicht festzulegen. Vielleicht fühlt sich so auch einfach die Ungewissheit an. Kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich das letzte mal in derart unbekanntes Gewässer gestürzt habe. Es ist ein bewusster Schritt aus meiner flauschigen Komfortzone. Hattet ihr in eurer Kindheit auch ein Kaleidoskop? Das beschreibt meine momentane Gefühlslage relativ akkurat: bunt, durcheinander, unvorhersehbar und wenn man nur eine Kleinigkeit verändert, sieht das Muster schon wieder komplett anders aus. Vielleicht sollte ich mit meiner Komfortzone vorsichtshalber im Guten auseinander gehen…. 

Blicke ich über dieses Gefühlschaos hinweg, freue ich mich wie ein Seitanschnitzel. Am allerallermeisten freue ich mich auf die Freiheit. Wann hat man das schon mal? Keinen Job, keine Verpflichtungen, keine Mitmenschen nach denen man sich richten muss (oder will). Einfach nur ich und meine Lust auf Abenteuer, Essen, Trinken, Baden und so weiter. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht all zu arg egoistisch rüber, aber ich denke, das werde ich genießen. 

An dieser Stelle sei außerdem hinzugefügt, dass ich gleichzeitig einiges vermissen werde. Allein reisen hat zum Beispiel den Nachteil, dass man seine Erlebnisse nicht teilen kann. Denn wie wir wissen, wird Glück ja mehr, wenn man es teilt. 

Warst du schon einmal alleine unterwegs? Hat irgendwer Erfahrungswerte mit längeren Zug- und Busfahrten? Immer her mit euren Geschichten 🙂 

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